Verband der Vereinigungen Alter Burschenschafter © VVAB


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Titelbild: Die Wartburg in Eisenach © VVAB


Der Verband der Vereinigungen Alter Burschenschafter im Portrait
von Friedrich Vohl, Bernhard Schroeter und Harald Lönnecker

"Philister heißt man, und alles ist aus ...", so sangen wir einstmals und singen es gelegentlich noch heute, wiewohl dieser Vers im Hinblick auf die über 100 Jahre bestehende Verbindung zwischen alten und jungen Burschenschaftern das Gegenteil bezeugt. Wer sich seiner eigenen Aktivenzeit erinnert, mag zwar nach dem Übergang vom Inaktiven zum Alten Herren hier und da "Philister" heißen, und sein Altherrenverband mag sich auch "Philisterium" nennen, ob aber "alles aus" ist, das liegt an dem betreffenden Burschenschafter selbst. Ob er im Herzen Burschenschafter bleibt und sich als solcher äußert, oder ob er, der "am tollsten gewettert", nunmehr "still und stumm" wird, wie es in dem genannten Vers heißt, liegt auch an ihm selbst. Daß es nicht so werden sollte, daß man als ausscheidender Aktiver oder Inaktiver noch weiter seinem Bund und der Deutschen Burschenschaft verbunden und verpflichtet sein sollte, war die Absicht der in Marburg lebenden alten Burschenschafter Theobald Fischer (Allemannia Heidelberg, Alemannia auf dem Pflug Halle, Arminia Marburg) und Gustav Schaum (Alemannia Marburg), die am 6.8.1890 anläßlich der 75-Jahr-Feier der Deutschen Burschenschaft die "Vereinigung alter Burschenschafter" ins Leben riefen. Hierauf folgten zahlreiche Gründungen von örtlichen Vereinigungen. In Österreich waren die alten Burschenschafter inzwischen im Altherrenverband Wartburg zusammengefaßt worden. Diese örtlichen Vereinigungen erschöpften sich durchaus nicht in der Pflege der Geselligkeit, sondern leisteten bereits vor dem Ersten Weltkrieg, vor allem aber nach dem Zweiten Weltkrieg wertvolle burschenschaftliche Arbeit.

Nachdem sich die aktiven Burschenschaften der "Deutschen Burschenschaft", des "Rüdesheimer Verbandes Deutscher Burschenschaften" und die "Burschenschaft der Ostmark" zur "Deutschen Burschenschaft" 1919 zusammengeschlossen hatten, bildeten die alten Burschenschafter die "Vereinigung alter Burschenschafter" (VAB). Dieser Gesamtverband bestand aus den Altherrenverbänden (AHV) und den örtlichen VAB. Auch nach der Auflösung der Deutschen Burschenschaft bestanden die örtlichen Vereinigungen weiter. Nach dem Kriege wurde auf dem Altherrentag 1949 in Rüdesheim die Wiedergründung des Gesamtverbandes vorbereitet und 1950 auf dem Binger Altherrentag vorgenommen. Die Geschäftsführung des Gesamtverbandes lag in den Händen des Vorortes. Dieser wurde vom Altherrentag auf drei Jahre gewählt, wobei Wiederwahl zulässig war; er wurde von einer örtlichen VAB gestellt. Von 1950 bis 1953 war die VAB Frankfurt am Main Vorort, bis 1956 sodann die VAB Essen, von 1956 bis 1963 die VAB Bremen, von 1963 bis 1966 die VAB Stuttgart, der dann die VAB Düsseldorf bis 1970 folgte. Dann jedoch fand sich keine örtliche VAB bereit, den Vorort zu stellen. Angesichts der erheblichen Unstimmigkeiten in den Auffassungen zwischen jungen und alten Burschenschaftern über die Grundsätze der Deutschen Burschenschaft und des nicht mehr überhörbaren Rufes nach Verfassungsreform bestand die Gefahr, daß der Gesamtverband ohne Führungsspitze bleiben, also zum Nichtstun verurteilt sein könnte.

Auf Antrag des "Roten Verbandes" übernahmen dann die Altherrenverbände des "Süddeutschen Kartells" beim Altherrentag in Düsseldorf den "Einstweiligen Vorort", um der Gefahr einer völligen Destruktion entgegenzutreten und mit der Aufgabe, nach Möglichkeit alsbald einen geeigneten Vorort zu finden. Das geschah auf dem AHT im Oktober 1970 in Landau, wo sich die VAB München bereit erklärte, den Vorort zu stellen. Nach langwierigen Verhandlungen ist es 1971/72 dazu gekommen, daß die Vereinigungen alter Burschenschafter und die Altherrenverbände der "Vereinigung alter Burschenschafter in Österreich" (VABÖ) zu ihrem überwiegenden Teil dem Gesamtverband VAB beigetreten sind. Nach zweimaliger Wiederwahl 1973 und 1976 folgte der VAB München als letzter Vorort alter Art die VAB Mainz, die als solcher vom 1. Januar bis 28. Mai 1980 amtierte.

Mit dem Burschen- und Altherrentag 1977 bahnte sich ein grundlegender Wandel an: Die von beiden eingesetzte gemeinsame Satzungskommission wurde beauftragt, eine Neufassung der Verfassung und der Geschäftsordnung der Deutschen Burschenschaft und der Vereinigung Alter Burschenschafter vorzulegen. Nach gründlicher Diskussion des vorgelegten Entwurfes verlängerte der Burschen- und Altherrentag 1978 das Mandat der Satzungskommission um ein Jahr mit dem Auftrag, 1979 einen überarbeiteten Verfassungsentwurf vorzulegen. Nach kontroversen Diskussionen beschlossen der Burschen- und Altherrentag dieses Jahres die neue Verfassung der DB, die zu einer Eingliederung der Altherrenverbände in die Deutsche Burschenschaft führte. Für die örtlichen Zusammenschlüsse der alten Burschenschafter blieb es bei der Bezeichnung "Vereinigung Alter Burschenschafter" (VAB), der 1980 gegründete Zusammenschluß dieser Vereinigung erhielt die Bezeichnung "Verband der Vereinigungen Alter Burschenschafter" (VVAB); sein Altherrentag tritt jährlich gleichzeitig mit dem Burschentag zusammen. Diese Reform ist vielfach auf Kritik gestoßen, die Vereinigungen Alter Burschenschafter fühlten sich benachteiligt, weil sie von der Mitwirkung am Burschentag ausgeschlossen sind. Der Altherrentag hat jedoch die Möglichkeit, durch den Vorort noch auf dem gleichzeitig stattfindenden Burschentag Anträge zu stellen. Der Vorort ist nicht stimmberechtigtes Mitglied des Hauptausschusses und hat dort Gelegenheit, die Meinung der Vereinigungen Alter Burschenschafter zu Gehör zu bringen.

Nach anfänglichen Bedenken hat sich die Ansicht durchgesetzt, daß die Aufgaben der örtlichen Vereinigungen und ihres Verbandes der Vereinigungen Alter Burschenschafter dieselben geblieben sind: Auf der Basis der Grundsätze der DB, die für alle Burschenschafter, ob jung oder alt, gelten, pflegt der VVAB die burschenschaftliche Überlieferung und fördert Verbundenheit der alten Burschenschafter untereinander. Er unterstützt die Deutsche Burschenschaft und hat sich vor allem der Nachwuchswerbung angenommen.

Inzwischen hat sich der neue Verband konsolidiert. Fast alle örtlichen Vereinigungen sind diesem beigetreten, zu dessen ersten Vorort die VAB Mainz gewählt wurde; im Februar 1982 gehörten dem Verband 154 Mitgliedsvereinigungen an. Dies läßt darauf schließen, daß die vorübergehende Resignation überwunden ist und die Vereinigungen Alter Burschenschafter auch in Zukunft ihren gewichtigen Anteil am burschenschaftlichen Leben haben werden. Es war ihr Verdienst, in den schwierigen siebziger Jahren das Gefühl der Gemeinsamkeit aller Burschenschafter zu erhalten und den Boden für die burschenschaftliche Einheit zu bereiten.

Die VAB Mainz hatte von 1980 bis zum Frühjahr 1987 den Vorsitz des VVAB inne. Ihr folgte bis 1990 die VAB Bonn. Nach der Wiedervereinigung wurde die VAB Saarbrücken vom Altherrentag 1990 in Berlin zum Vorort des VVAB gewählt. Dieser Vorort hat sich vor allem um die Gründung und Integration der in den damals neuen Bundesländern aufzubauenden Vereinigungen Alter Burschenschafter gekümmert. Sie war Initiator der "Burschenschaftlichen Stiftung für nationale Minderheiten- und Volksgruppenrechte in Europa", die sie zusammen mit der Deutschen Burschenschaft ins Leben rief. Des weiteren hat sie an der Rückgabe und Wiederherstellung des Burschenschaftsdenkmals in Eisenach mitgewirkt.

Seit dem Altherrentag 1999 ist die VAB Eisenach Vorort des VVAB. Schwerpunkte der bisherigen Tätigkeit dieses Vororts waren die Verabschiedung einer neuen Satzung des VVAB sowie die Erarbeitung und Verabschiedung eines Strategiekonzepts für die Jahre 2004 bis 2006. Aus dem Strategiekonzept sind bereits der Internetauftritt des VVAB zur Verbesserung der Information und Kommunikation sowie die Ausrichtung eines Aufsatzwettbewerbs mit dem Thema: "Ist Deutschland noch eine Demokratie?" verwirklicht.

Auf dem Altherrentag 2006 fanden turnusgemäß die Neuwahlen zum Vorort des VVAB statt, bei der die VAB Marburg zur Amtsnachfolgerin der VAB Eisenach gewählt wurde. Mit Beginn des Jahres 2007 führt nun die VAB Marburg die Amtgeschäfte des VVAB. Auf dem Altherrentag 2009 wurde die VAB Marburg bei den turnusgemäßen Neuwahlen im Amt bestätigt und führt die Amtsgeschäfte des Verbandes fort. Bis ins Jahr 2011 hat die VAB Marburg den Vorsitz des Verbandes der Vereinigungen Alter Burschenschafter geführt. Zu ihrer Nachfolgerin ist am 18. Juni 2011 auf dem Altherrentag in Eisenach die VAB Oberösterreich zu Linz gewählt worden.